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Neue Medien im Unterricht

Ich bin in der glücklichen Lage in meiner Klasse ein Smartboard mein Eigen nennen zu können. Es vergammelte einige Zeit (Jahre) in einem Nebenraum, weil keiner so recht damit umzugehen wusste. Als ich davon erfuhr, da war ich ca. 1 1/2 Jahre an meiner jetzigen Schule, habe ich es mir "unter den Nagel gerissen".



Leider hat das Smartboard durch das Rumstehen oder durch den Transport zu meinem Klassenraum vermutlich einen leichten Schaden davongetragen, sodass der Mauszeiger nicht genau dort angezeigt wird, wo man hindrückt. Zudem ist einiges Zubehör verschwunden. Ich nutze es daher weniger als Schreibprogramm, sondern mehr als Leindwand und setze es für Programme ein, die keine 100% Präzision erfordern.

Hier kann ich jedem nur die App ANTON bzw. die Webseite http://anton.app ans Herz legen. In all den Jahren ist mir noch kein besseres Lernprogramm über den Weg gelaufen. Man kann in diesem Programm Schulen, Klassen, Lehrer und Schüler einrichten, Inhalte verwalten und anpinnen. Die Aufgabenvielfalt und kindgerechte Gestaltung ist überwältigend.


Auch die Dokumentenkamera, die ich mir privat angeschafft habe, möchte ich in meinem Unterricht nicht mehr missen. Sie ist die logische Weiterentwicklung des Tageslichtprojektors, aber hundertmal variabler. Über den Computer ist sie mit dem Beamer verbunden. Alles was ich unter die Kamera lege, wird als Video an die Leinwand/das Smartboard übertragen. 



Heute haben wir beispielsweise die ersten Würfelgebäude gemeinsam unter der Videolinse gebaut. Ich möchte kurz begründen, warum ich für diesen Fall die Dokumentenkamera dem Sitzkreis vorgezogen habe. Im Kreis sind zwar alle Kinder nah am Geschehen, aber die Würfel sind dennoch klein und die Schüler sehen nur die Ansicht aus ihrem Winkel. Mit der Kamera erschienen die Würfel plötzlich riesengroß an der Leinwand und wir konnten die Gebäude aus mehreren Winkeln betrachten, indem wir die Kamera um sie herum bewegten. Das wäre im Sitzkreis nicht möglich gewesen. 



Für die Kinder war es im Anschluss kein Problem, die geforderten Würfelgebäude im Arbeitsheft selbstständig nachzubauen.

Handlungsorientierte Stationen rund um die Zahl 10

Wir haben den Zahlenlehrgang bis 10 vor den Herbstferien abgeschlossen. Die Kinder haben das wirklich super gemeistert. Bei den Mitbringaufgaben waren sie an Kreativität kaum zu überbieten und es sind obendrein auch noch wahnsinnig spannende und interessante Forscherhefte entstanden.

Um nach den Ferien den Zahlenraum zu wiederholen und den Kindern noch einen anderen Zugang zum Zahlenraum bis 10 zu ermöglichen, habe ich mich für diese kurze Woche dazu entschieden, Stift und Heft in den Ranzen zu verbannen und nur handlungsorientierte Stationen zum Sortieren, Schätzen, Bauen, Fühlen und Zählen bis 10 (und für die Cracks gerne auch bis 20) anzubieten.

Ich möchte die Stationen nicht im Details erklären, die Fotos sprechen glaube ich für sich alleine.

Montessori-Stangen sortieren und Zahlkarten anlegen

Fühlbuchstaben erraten

Blitzerkennen der Zahlen 1 bis 10 (manche bis 20)

Perlenanzahl und Zahlkarten richtig in
Becher mit Strichlisten sortieren

Holztürme 1 bis 10 bauen und
Zahlenkarten anlegen

Steckwürfeltürme bauen und
Zahlenkarten anlegen

Muggelsteine (Glasnuggets) schätzen, sortieren
und Klammer anheften

Richtig Schreiben - Einführung von Lernwörtern

Im Moment herrscht durch eine neue "Studie" wieder eine  Grundsatzdiskussion, welche Methode denn nun sinnvoller sei und zu besseren Ergebnissen führe. Daran möchte ich mich gar nicht beteiligen. Ich bin der Meinung, dass der Erfolg einer Methode, ganz egal welcher, auch an vielen anderen Faktoren liegt:
  • Umsetzung durch die Lehrkraft
  • materielle Ausstattung der Schule
  • personelle Ausstattung der Schule
  • Klassengröße
  • Klassenzusammensetzung:
    - Schüler
    - Schüler mit Förderschwerpunkten (E, LB, Spr, G, M)
    - Schüler deren Muttersprache nicht Deutsch ist
  • Vorerfahrung der Kinder
  • Elternhaus
    - kulturnah vs kulturfern
    - Nutzung neuer Medien (viel vs wenig)

Ich bin nun seit 11 Jahren in diesem Beruf und habe diese Erfahrung mit jedem Jahrgang aufs Neue gemacht. Von dieser Meinung  wird mich keine Studie so schnell abbringen.



Ich versuche in meinem Unterricht möglichst vielfältige Zugänge zum Schriftspracherwerb zu nutzen. Dazu gehört auf der einen Seite die Anlauttabelle (siehe Foto; hinter der Tafel), die Teil des Zebralehrwerks an unserer Schule ist. Damit können, gerade starke Schüler von Anfang an Schreibversuche unternehmen, sobald sie das Konzept von Laut-Buchstaben-Zuordnung verstanden haben.

Hierfür finde ich Transparenz und Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wichtig! Dort herrscht oft große Verwirrung. Dürfen die Kinder Wörter schreiben wie sie wollen/hören? Ist das alles richtig?Die Antwort ist JEIN, oder Nein.

Die Kinder dürfen nicht schreiben wie sie wollen, sondern sollen die Laute aufschreiben, die sie bereits KORREKT heraushören.  Damit entsteht die bekannte Skelettschrift. Wenn Kinder aber völlig falsche Laute heraushören, vielleicht weil ihr Gehör(sinn) schlecht ausgebildet ist, oder die Laute mit dem falschen Buchstaben auf der Anlauttabelle verknüpfen, ist das natürlich fatal für den weiteren Erwerb der Lese- und Rechtschreibfähigkeit. Deshalb habe ich die Eltern meiner Schüler in diesem Bereich um aktive Unterstützung beim Schreiblernprozess gebeten. Sie dürfen und sollen in diesem Fall korrigierend eingreifen!

Oft werde ich von Eltern auch gefragt, ob sie falsche (wohl eher unvollständige) Wörter mit den Kindern verbessern dürften - "Das dürfe man bei der Methode 'Lesen durch Schreiben' ja nicht." Meine Antwort dazu: Ja, dürfen sie, aber NUR UNTER EINER BEDINGUNG!

Eltern sollten einem Kind  niemals sagen, dass es etwas falsch geschrieben hat, wenn es nach bestem Wissen und Gewissen die Buchstaben aufgeschrieben hat, die es bereits KORREKT herausgehört hat. Das ist absolut  demotivierend. Noch schlimmer wäre es, diese erbrachten Leistung auszuradieren! Wir müssen uns nur in die eigene Schulzeit zurückversetzen und überlegen, wie wir uns fühlten, wenn Lehrer oder Eltern dies zu uns sagten. Lernen und Arbeiten macht unter solchen Voraussetzungen keinen Spaß. Sehr wohl darf man aber, wenn das Kind fragt, ob es richtig geschrieben hat, darauf hinweisen, dass wir in unserer ERWACHSENENSCHRIFT ein Wort anders schreiben und diese Wörter den Kindern auch zeigen oder darunter aufschreiben. Wenn das Kind es möchte, kann es das Wort dann so noch einmal aufschreiben (daneben). Sollte ein Kind allerdings, wie oben schon einmal erwähnt, zu einer völlig falschen Laut-Buchstaben-Zuordnung kommen, dürfen Eltern in meinen Augen korrigierend/hinweisend eingreifen.

Beispiel: Palme   
  • korrekt im Sinne des Kindes: P l m  (Skelettschrift)
  • grenzwertig:  B l m oder B l n oder P l n (B/P und M/N sind für Kinder leicht zu verwechseln)
  • falsch: andere Anfangslaute wie z. B. D oder ganz andere Laute anstatt L oder  M/N 

So habe ich das auch den Eltern meiner Schüler erklärt.



Das andere Standbein in meinem Lese-Schreib-Unterricht ist die wöchentliche Einführung neuer Lernwörter (mit bereits bekannten Buchstaben), deren vollständige und korrekte Schreibweise von Anfang an geübt wird. Nach einer gemeinsamen Einführung an der Tafel, bei der wir die Wörter analysieren (lautieren, Buchstaben zusammenziehen, korrekt in die Linien schreiben, in Silben zerlegen), bekommen die Kinder von mir ein Faltblatt (siehe Foto oben) mit den Lernwörtern. Der Auftrag lautet: "Schaue dir das Wort genau an, speichere es in deinem Kopf und schreibe es dann auf die nächste Seite." Das müssen sie insgesamt dreimal tun.

Weitere Materialien, die ich zum Fördern und Fordern ich meinem Unterricht einsetze, sind Lies-Mal-Hefte vom Jandorf-Verlag und Klammerkarten vom Mühlacker-Verlag.